ZiF-Arbeitsgemeinschaft

Krimmigration.
Zur Verschmelzung von Kriminalitätskontrolle und Migrationskontrolle

Termin: 25. - 26. März 2020
Leitung: Martina Althoff (Groningen, NED), Christine Graebsch (Dortmund, GER), Axel Groenemeyer (Dortmund, GER), Bettina Paul (Aachen, GER), Birgit Menzel (Hamburg, GER), Dorothea Rzepka (Darmstadt, GER), Klaus Weinhauer (Bielefeld, GER)

Krimmigration beschreibt die Schnittstelle und zunehmende Verwobenheit zweier juristisch noch immer getrennt gedachter Rechtsgebiete: Die Verschränkung von Strafrecht und Migrationsrecht, von Kriminalitäts- und Migrationskontrolle. Krimmigration ist zugleich Ursache und Folge eines gesellschaftlichen Diskurses, in dem die Konstruktion von Migration, des Fremden und Anderen mit Konstruktionen von Kriminalität, Unsicherheit und Gefahr einhergeht. Eine wesentliche Folge in der Rechtswirklichkeit besteht im Verlust verfahrensrechtlicher Garantien, mit Blick auf die diskursiven Praxen in der weitgehenden Identifikation von Kriminellem mit Fremdem. Krimmigration als Gegenstand und Perspektive kriminologischer Forschung richtet sich demnach einerseits auf die Analyse von Gesetzgebung, ausführender Politik sowie von Praxen der Überwachung und Kontrolle und andererseits auf den gesellschaftspolitischen Kontext, der Krimmigration verursacht bzw. möglich macht, etwa die Frage, auf welche Weise Kriminalitäts- und Migrationsthemen gesellschaftlich gerahmt werden, sowie jeweils auf deren historische Dimension. Mit der Tagung wird eine notwendige interdisziplinäre Auseinandersetzung angeregt, die theoretisch fundiert und juristisch sowie historisch informiert ist und trotz ihrer internationalen Ausrichtung die nationalen Besonderheiten inner- und außerhalb des Rechts nicht außer Acht lässt.

Tagungsprogramm
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Organisatorische Fragen beantwortet Trixi Valentin im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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